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  • Die Hölle ist abgebrannt

    Michał Wójcik ist Historiker, Journalist und Buchautor. In Polen schrieb er bereits mehrere Bestseller und wurde 2015 mit dem namhaftdem renommierten Geschichtspreis des polnischen Nachrichtenmagazins Polityka ausgezeichnet. Sein neues Buch über den Aufstand in Treblinka wurde von der polnischen Newsweek zum Buch des Jahres gewählt. Dieses Buch ist jetzt im Piper Verlag in der sehr guten Übersetzung von Paulina Schulze-Gruber erschienen. Es beginnt mit einem an sich unbedeutenden Vorgang, der jedoch schon die ganze Kleinlichkeit, perfide Gründlichkeit und endlose Bürokratie der deutschen Besatzer zeigt. Im Lager Treblinka war von der Reichsbahn ein Stück Gleis verlegt worden, der Umschlag (Verladen,Transport, Ankunft, Sortieren, Töten der Häftlinge) sollte damit effektiver werden. Doch wer zahlt? AktenHinundHer, Weigerung des Lagerleiters Stangl, Auflaufen der Kosten …. Diesen Vorgang erzählt Michał Wójcik aus der Sicht des Eisenbahners Artur Pronicki und damit wird der gewählte Stil gleich klar: Es handelt sich hier nicht um ein Sachbuch mit Aneinanderreihung von Fakten, Wójcik erzählt vielmehr fast belletristisch in einfacher, zurückgenommener, ja etwas lakonischer Sprache, von den Ungeheuerlichkeiten im Vernichtungslager Treblinka. Und dieses diminutivierende Stilmittel macht das Lager, seine Organisation und Administration noch monströser, denn in den Vernichtungslagern Treblinka, Bełżec und Sobibor wurde in den Jahren 1942 – 1943 die professionelle, effektive Beseitigung von etwa 2 Millionen Juden betrieben – auf der Wannseekonferenz 1941 beschlossen und "Aktion Reinhardt" genannt. Apokalyptische Höllenbilder von Hieronymus Bosch sieht man vor sich - für Lagerleitung und Mitarbeiter waren die Häftlinge bei ihrer Ankunft aber bereits keine menschliche Wesen, sondern Leichen. Auch Mitgefangene waren häufig ohne Empathie, man hatte zu funktionieren und als Arbeitsjuden Aufgaben wie Leichentransporte zu erfüllen. Und doch ---- es gründete sich ein geheimes Aufstandskomitee unter wesentlicher Leitung des Lagerältesten Marceli Galewski. Es ist also offensichtlich nicht so gewesen, dass jüdische Gefangene sich willig in ihr Schicksal ergaben und der Aufstand nicht etwa durch die im Untergrund agierende polnische Heimatarmee organisiert und durchgeführt wurde. Untermauert werden Wójciks Ausführungen durch eine Vielzahl von Dokumenten und besonders durch die Eindrücke und Schilderungen von Zeitzeugen. Zur Vertiefung möchte ich in diesem Zusammenhang auf das Buch "Ich bin der letzte Jude" von Chil Rajchman, erschienen ebenfalls im Piper Verlag, und auf Interviews der Journalistin Gitta Sereny verweisen. Der absolut exakte Ablauf des Aufstands ist jedoch aufgrund widersprüchlicher Angaben, Eitelkeiten und auch Nachkriegsrechtfertigungen nicht mehr ganz nachvollziehbar. Zum Jahrestag des Aufstands im August möchte ich dieses geschichte-spannend-erzählende Buch unbedingt empfehlen. Es eignet sich für junge Leute, wie auch für Ältere, die vielleicht bereits fundierte Kenntnisse zum Thema haben.

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