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    fragwürdig

    In der Talkshow "Nachtcafe" mit Moderator Wieland Backes wollte sich Messner einmal vor Jahren auf seine so typische Art in Szene setzen. Da Backes zu den (eher seltenen) Talkshow-Moderatoren gehört, die etwas im Kopf haben, war er nicht gewillt, sich von Messner sang- und klang- und kommentarlos zuschwallen zu lassen und stellte ihm eine Frage, die an der Psyche des Bergsteigers kratzen sollte: Ob es denn nicht sein könne, so Backes, dass Messner auch eine Mitschuld trage am Tod seines abgestürzten Bruders Günther, weil dieser sich beim gemeinsamen Aufstieg zum 8.125 Meter hohen Nanga Parbat auf seinen älteren Bruder Reinhold verlassen habe. Eine Verantwortung also, der Messner entweder nicht nachkommen wollte oder gar nicht konnte. Jene Frage also, die Wieland Backes an Reinhold Messner stellte, ob denn bei Messner nicht auch eine gehörige Portion Selbstsucht und Eitelkeit mit im Spiel sei, die ihn zwar zu Höchstleistungen antreibe, die aber auch, wie im Falle seines Bruders, sehr gefährlich und bedenklich sei, geruhte der „Star der Berge“ in keiner Weise zu beantworten. Statt dessen nahm er einfach das gefallene Stichwort „Tod“ auf und philosophierte munter drauf los: Ja, der Tod sei ein Phänomen, das ihn ungeheuer fasziniere und vor dem er auch überhaupt keine Angst habe. Nur durch den Tod, nur durch das Ende der Fahnenstange, existiere doch überhaupt erst das Leben und wer den Tod verneine, der verneine das Leben und so weiter in der Art und mit dem Unsinn... Messner, der Philosoph. Frage nicht beantwortet. Die genauen Umstände des Todes von Günter Messner, Reinholds jüngerem Bruder, sind nach wie vor ungeklärt. Er kam 1970 in Pakistan um und wurde erst Mitte Juli 2005 geborgen, als Gletcherleiche auf rund 4.600 Meter Höhe. Der offene Streit wegen Günthers Tod wird zwischen Messner und seinen Ex-Kameraden seit vielen Jahren erbittert geführt. Messner wirft seinen ehemaligen Kollegen Rufmord vor, weil sie seine Version des Bergunfalls anzweifeln. Was wirklich geschah am Nanga Parbat, zwischen Messner und einem damals 24-jährigen Bruder, lässt sich von keiner Seite beweisen. Sicher ist nur, dass Günther Messner am 27. Juni 1970 dem allein zum Gipfel aufgebrochenen Reinhold spontan nachstieg. Er holte ihn ein und beide erreichten den Gipfel. Was dann passierte, bleibt Spekulation. Nach Messners Schilderung stiegen die Brüder, wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Günther, über eine weniger steile, jedoch unerforschte Seite des Berges hinab. Irgendwo auf dem Weg nach unten wurde der hinter ihm gehende Günther, laut Bruder Reinhold, von einer Eislawine erfasst und stürzte in den Tod. Sechs Tage nach Beginn des Aufstiegs traf Messner wieder bei der Expedition ein. Seine Kameraden beschuldigten ihn, seinen Bruder allein im Berg zurück gelassen zu haben. Nach dem Unfall kam es zu schweren Auseinandersetzungen. Messner warf den Kameraden vor, ihm nicht zu Hilfe gekommen zu sein. Es kam zu vierzehn Prozessen, die Messner verlor. Für Messner begann mit der Überschreitung des Nanga Parbat seine Weltkarriere als Bergsteiger. Seitdem hat Messner die Leiche seines Bruders drei Mal öffentlich präsentiert. Das erste Mal Ende Januar 2004, vor acht Mikrofonen. Es ging um Günthers Wadenbein und Messner sagte: „Ich will endlich meine Ruhe haben.“ Im August 2005 barg Messner in Pakistan dann den Bergstiefel seines Bruders. Messner entnahm DNA-Proben, schmuggelte sie nach Europa und verbrannte die Knochenreste am Fuße des Nanga Parbat. Ein Fotograph dokumentierte die „Feuerbestattung“ und fünfzehn Leser der Wochenzeitung Die Zeit durften als Zeugen die Trauerfeier begleiten. Als die Gerichtsmedizin Innsbruck bestätigte, dass die Gewebeproben von seinem Bruder stammten, sagte Messner: „Günther soll seine Ruhe behalten.“ Die Ruhe hielt genau ein Jahr. Im August 2006 reiste Messner mit fünfundzwanzig Angehörigen nach Pakistan und wohnte einer erneuten Feuerbestattung seines Bruders bei. Der Gletscher hatte mittlerweile den Kopf von Günther Messner freigegeben. Aber Messner ging es nicht nur um Trauerarbeit. Außer seiner Großfamilie begleitete ihn ein Dokumentarfilmer des Bayerischen Fernsehens und das Team des Filmemachers Joseph Vilsmaier (Herbstmilch, Schlafes Bruder). Messner hatte Vilsmaier dazu eingeladen, aus der Tragödie seines Bruders einen Film zu machen. Sogar die Schlusseinstellung stand schon fest: die trauernde Familie versammelt sich um den Kopf von Günther Messner, der in Flammen aufgeht.
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