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  • Die Zuversicht verlieren bedeutet den Tod

    Rückkehr nach Birkenau: Es ist Frühling – Blumen und Bäume sprießen, eine Joggerin zuckelt vorüber, Vögel trillern, Kinder spielen. An den Gleisen. Wer sieht an diesem Frühlingstag noch die Gräuel, wer spürt die Schmerzen, die Erniedrigung, wer weiß heute noch davon, wer spricht darüber? Ginette Kolinka , eine der letzten Zeitzeuginnen, tut es. Sie spricht und schreibt über ihre Zeit im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und ihre Schilderung ist beschämend und wühlt auf und man möchte entsetzt rufen "neineinein – so war es nicht, das kann nicht sein!" Ginette ist 19 als sie mit Vater, Bruder, Neffen ins Lager kommt. Sie glauben, es ginge in ein Arbeitslager und später dann vielleicht zur Umsiedlung. "Wie konnte ich bis zum Schluss glauben, dass ich arbeiten würde? Warum hatte ich nichts kommen sehen?" fragt sie sich heute. Dass es sich um eine Fabrik zur effektiven Menschenvernichtung handelte, das haben wohl nur die wenigsten geahnt. Aber – "man lernt oder stirbt" dort und Ginette Kolinka schildert nun ihren täglichen Überlebenskampf, den berüchtigten Morgen- und Abendappell, den Hunger, den Geruch, die Schmerzen, die Erniedrigung. Mich interessiert insbesondere die Position der sogenannten Kapos im Lager. Sie entschieden über Gedeih und Verderb der Insassinnen mittels einer Art Nützlichkeitsauswahl. "Wir leben in der ständigen Angst vor diesen Selektionen: Habe ich eine ungesunde Gesichtsfarbe? Habe ich Wunden? Bin ich zu mager? Das kleinste Anzeichen kann direkt in die Gaskammern führen." Die Kapos, als Mitarbeiter der Lagerleitung, standen unter Druck von oben (SS) und von unten (Häftlinge), ihre Arbeit war darum besonders effektiv, "they were worse that the Germans" stellten dann auch die amerikanischen Befreier 1945 fest. Ginette Kolinka spricht nach ihrer Rückkehr nach Frankreich jahrzehntelang nicht über den Holocaust, da sie die Leute im Nachkriegsalltag "nicht stören" mochte. Ihr Buch "Retour à Birkenau" erschien 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung in deutscher Übersetzung. Es sollte nicht nur gelesen und dann traurig-berührt weggelegt werden, es sollte der Einstieg in die weitere Beschäftigung mit dem dunkelsten, dem schrecklichsten Kapitel unserer Geschichte sein. Bücher – egal ob Roman oder Sachbuch – die zur eigenen Recherche anregen, sind für mich die allerallerbesten und diese zwei Filme habe ich mir im Nachgang notiert: Kapo – Italien 1960, Regie Gillo Pontecorvo Kapo in Jerusalem – Israel 2015, Regie Uri Barbash Sehr interessant, doch leider (noch) nicht in deutscher Übersetzung erschienen, ist die Autobiografie "Ginette Kolinka - Une famille française dans l'histoire" . Hier gibt es viel zu entdecken – zum Beispiel Sohn Richard Kolinka , Rockmusiker und Enkel Roman Kolinka , Filmschauspieler. Sehen. Hören. Lesen.

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