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    Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

    Als Graf Alexander von Schönburg-Glauchau im Jahr 2005 "Die Kunst des stilvollen Verarmens" schrieb, war er gerade entlassen worden als Berlin-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In dem Buch jammert er gleich zu Beginn seiner goldenen Zeit nach: „...hatte Visitenkarten in der Tasche, die mich als Angestellten eines der angesehensten Medienunternehmen des Landes auswiesen...“ und: „Ich wäre also langsam, aber sicher reich geworden.“ Graf von Schönburg erschien die verbleibenden Wochen seines Angestelltendaseins „betont fröhlich“ im Büro und achtete darauf, durch sein Äußeres „den Anschein zu vermeiden“, er würde „mit seinem Schicksal hadern“. Im Gegensatz zu früher, zog er nun jeden Tag eine Kravatte an und verabschiedete sich am letzten Tag mit dem devoten Hinweiss, dass er sein Büro „besenrein“ hinterlassen habe. Irgendwie klingt das, als habe von Schönburg bis zuletzt darauf gehofft, sein Arbeitgeber würde die Kündigung wieder zurücknehmen wegen guten Benehmens. Trotz seines Bemühens muss der Abschied für den Grafen schmerzhaft gewesen sein. Er schwärmt von dem „weichen, schwarzen Ledersessel“, auf dem er saß, während sein Vorgesetzter die Kündigung aussprach und ihm zugleich versicherte, welcher Verlust sein Weggang für die Firma sei. Er ist dankbar, dass er für die Zeitung noch das Sommerfest des Bundespräsidenten „aufsuchen darf“ und dabei Gelegenheit hat, sich „noch einmal richtig satt zu essen“. Sogar der Regierende Bürgermeister habe ihn dieses Mal ausnahmsweise begrüsst. Für von Schönburg, der gerade seinen Job verloren hat, scheint dies ein Trost zu sein. Doch bald nach seiner Entlassung kehrte die Realität bei dem Grafen ein, denn er lebte von der Stütze und konnte seine Strom- und Telefonrechnungen nicht mehr bezahlen. Für jemanden, der Partys mit Mick Jagger feierte, muss dieser Zustand die Hölle gewesen sein. Alexander von Schönburg stammt aus einer uralten Adelsfamilie, die zwar über die Jahrhunderte verarmte, aber noch viele Kontakte hat, auch durch seine Schwester, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Auf seinem achtzehntem Geburtstag hielt Friedrich Dürrenmatt die Festrede. Als der Graf seine Frau, Prinzessin Irina von Hessen heiratete, eine Großnichte der Queen, war Königin Sophia von Spanien zu Gast. Doch seit man ihm Telefon und Strom abstellte, hat von Schönburg nichts mehr übrig für reiche Leute. Den Münchener Stadteil Grünwald bezeichnet er als „Reiche-Leute-Slum“, und wir dürfen vermuten, dass es jener Slum ist, in dem von Schönburg nur zu gerne wohnen würde, wenn er könnte. Indirekt gibt er das sogar zu. Er stöhnt ein wenig zynisch über die Sparsamkeit seiner Eltern (sie seien „hochqualifizierte Verarmer“) und erzählt, wie er darauf reagierte, als er endlich sein erstes Geld verdiente: durch heimliches Erste-Klasse-Reisen, durch den Kauf teuren Briefpapiers von Prantl in München, durch Übernachtung im Brenner`s Park Hotel in Baden-Baden. Auch als er in einer Londoner WG wohnte, habe er das Geld schneller ausgegeben, als er es einnahm. Von Schönburg, soviel dürfte inzwischen klar geworden sein, lebt gerne auf großen Fuss, auch wenn er jetzt eine Krise zu beklagen hat. Natürlich fällt dem Grafen dazu noch der bekannte Spruch ein, wonach in jeder Krise eine Chance stecke. Von Schönburg will uns weiß machen, dass er kein Besitzender mehr sein möchte, denn die müssten um ihren Besitz ja ständig bangen und präsentiert uns seine „Helden der Armut“, allen voran Helmut Berger. Der Graf hegt für Berger Bewunderung, weil der einstige Weltstar vom Olymp der Superstars herabstieg, sein ganzes Vermögen verlor und jetzt in Salzburg bei seiner Mutter wohnt. Natürlich ist die Wiener Presse 'respektlos', wenn sie über den meist betrunkenen Berger berichtet, der aussieht wie ein Clochard und heute mehr dem Wahnsinn zugeneigt ist, denn der Schauspielerei. Laut von Schönburg erhielt Berger in seinen Glanzzeiten häufig Hausverbot in den Hotels, weil er, wie im Münchener "Vier Jahreszeiten", die Lüster als Lianen benutzte und die Gobelins von den Wänden riss. Heute dagegen, lasse Berger im Lidl lediglich das Lachsfilet mitgehen. Für von Schönburg gehört Berger offenbar zu den Leuten, die „ohne Geld eine gute Figur machen“, so der Untertitel seines Kapitels. Nach dem heruntergekommenen Weltstar kommt von Schönburg auf die Städte zu sprechen, von denen es auch „Neureiche“ und „Emporkömmlinge“ gebe. Berlin zum Beispiel und natürlich München. Einige Gebäude in der Münchener Innenstadt seien eine „Las-Vegas-hafte Rekonstruktion“ florentinischer Paläste, lästert er. Mit Pisa dagegen sympathisiert der Graf, denn dieser Stadt sei ihr eigener Bedeutungsverlust völlig gleichgültig. Eine Einstellung, die er offenbar nachzuahmen versucht. Trost für seine missliche Lage, findet er auch bei den Engländern. Der Abstieg Englands vom einst mächtigsten und reichsten Land der Welt begann schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, schreibt er, aber: ihr „ausgeprägtes Selbstbewusstsein erlaube es
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