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    Konnte mich trotz eines interessanten Falles nicht

    Cid Jonas Gutenrath war mir bereits durch seine beiden "110: Ein Bulle hört zu"-Bücher bekannt und als ich gesehen habe, dass er einen Thriller geschrieben hat, war ich sofort neugierig auf das Buch. In "110" hat er sehr eindringlich, direkt und oft auch sarkastisch von verschiedenen Situationen aus seinem Beruf erzählt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, und ich war gespannt, wie er das hier verpacken würde. Auch in "Skorpione", dem ersten Band um Sascha Simoneit, einen ehemaligen Söldner, ist die Sprache sehr direkt und schonungslos, was gut zu dem Charakter und dem insgesamt eher raueren Klima der Geschichte passt. Der Autor scheut sich nicht, erschreckende Szenen ausführlich darzustellen und obwohl ich es nicht zu brutal fand, waren ein paar Momente nicht ganz ohne. Dass ein Kind involviert ist und verletzt wurde, macht den Fall natürlich umso brisanter und auslaugender für die Figuren. Es war definitiv spannend zu verfolgen, wie Sascha und seine Gefährten versuchten, den Auftrag zu erfüllen und weiteres Unheil zu verhindern, und es gibt so einige Konfrontationen und brenzlige Situationen, was die Dringlichkeit des ganzen verdeutlicht hat - selbst wenn es vielleicht manchmal etwas zu viel des Guten war. Ich muss allerdings sagen, dass "Skorpione" mich lange nicht richtig fesseln konnte. Dies lag hauptsächlich daran, dass die Geschichte von Anfang an auf verschiedenen Zeitebenen spielt; die Kapitel sind alle recht kurz und die Handlung springt sehr oft zwischen unterschiedlichen Jahren in der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her. Zunächst war das für mich verwirrend, da mir nicht klar war, wie alles zusammenhängt und wieso es relevant ist. Nach einer Weile fand ich es aber interessant, auf diese Art Einblicke in das vorherige Leben des Protagonisten und in sein Denken und Fühlen zu bekommen - es hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass man ihn besser verstehen konnte. Dennoch hatte ich dadurch lange das Gefühl, keinen Überblick zu haben und die chronologische Reihenfolge nicht ganz zu verstehen. Deshalb hat es leider fast bis zur Hälfte des Buches gedauert, bis es mich packen konnte. Der Fall war an sich spannend, der Bezug zu der Vergangenheit Simoneits hat das Ganze noch mehr aufgeladen und die unterschiedlichen Charaktere waren interessant. Trotzdem kann ich wegen der genannten Kritik nicht mehr als 3, vielleicht 3,5 Sterne vergeben.
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