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    Fliegt so dahin…

    Als Beobachter von Eitelkeiten, gelebtem Egoismus, dem Wahnsinn, den man Leben nennt, und manchmal sogar von purer Menschlichkeit sieht sich Herr S.. Dabei ist er ein „Schubladiseur“ (S.6), der jede Person, die ihm begegnet schnell einordnet und mit einem passenden Stempel versieht. Bei sich selber ist eine solche Einschätzung allerding so gut wie unmöglich, denn sicher darüber, wer er ist, ist er keineswegs. Eines Tages steht plötzlich sein Cousin Pascal vor der Tür – gerade dieser ungeliebte Verwandte mit dem Hare-Krishna-Lächeln und dem Beruf als Reiki Meister hat ihm gerade noch gefehlt. Da sich seine Lebensgefährtin und er aufgrund zunehmend abnehmender Schwingungen zur Zeit trennen und er niemanden hat, bei dem er unterkommen könnte, zieht er bei Herrn S. ein. Dieser kann sich kaum etwas Schlimmeres vorstellen als sich mit dem Weltverbesserer sein Heim zu teilen. Bald schon ist seine Wohnung mit Räucherstäbchenduft sowie Meditationsmusik gefüllt und zu Essen gibt es Tofu in allen Variationen. Gerade als Person, die andere Menschen nur zu gerne auf Distanz hält und deswegen Freundinnen schnellstmöglich mit schon längst zurecht gelegten Begründungen aus seinem Leben verbannt, ist dieser unangekündigte und andauernde Besuch alles andere als angenehm. Doch nicht genug, denn bald schon klingelt es erneut an seiner Tür: Vor ihm steht, nach all den Jahren, seine Mutter, alt und todkrank. Obwohl es zwischen den beiden nicht gerade vor familiären Gefühlen sprudelt, zieht auch sie mit zu Herrn S., dessen Leben sich Stück für Stück verändert… Mit Herrn S. konnte ich mich anfangs überhaupt gar nicht anfreunden, da er mir als der Unsympath schlechthin erschien: Ein Aufreißer wie er im Buche steht, der Frauen geradezu routiniert abserviert und des Morgens vor die Tür setzt. Nur nach und nach blitzt hinter der Fassade des Herrn S. der Mensch Stephan Zimmermann auf, der sich durchaus mehr Gedanken macht und von deutlich mehr Gefühlen erfüllt ist, als er gerne wahr hätte. Aus seiner Sicht ist der Roman geschrieben, wobei besonders die sarkastischen Bemerkungen die Freude am Lesen bereiten und Herrn S. Leben einhauchen. Ganz im Gegensatz zu Herrn S. war ich sozusagen von der ersten Sekunde an Pascal-Anhänger. Vielleicht auch gerade weil der (Noch-) Unsympath ihn nicht ausstehen konnte. Aber der Weltretter, der in so ziemlich jeder Organisation bereits für die Rechte anderer eingetreten ist und nun selber Hilfe benötigt, gleichzeitig aber auch Herrn S. in die richtige Richtung stupsen möchte, ist eine abwechslungsreiche und liebenswerte Figur. Sehr menschlich wirkt auf mich gerade Herr S.‘ Mutter, die sich nur schwerlich eingestehen kann, dass sie die Hilfe anderer benötigt und sich gegen die Bemühungen, ihr das Leben leichter zu gestalten, zunächst vehement wehrt. Nicht nur das Zusammenleben, sondern auch Schicksalsschläge in der Familiengeschichte werden thematisiert, da die Protagonisten von der Vergangenheit eingeholt werden. So tauchen stetig neue Schwierigkeiten auf, die es zu bewältigen gibt – und über allem steht Herr S.‘ Frage nach der eigenen Identität. Das Buch von 225 Seiten lässt sich sehr angenehm lesen, da der Schreibstil unaufgeregt und sehr leicht verständlich ist, sodass die Seiten nur so dahin fliegen. So lässt sich das Buch problemlos an einem Stück lesen und man taucht schnell in die Geschichte ab. Alles in allem eine schöne Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die zeitweise zum Nachdenken anregt oder zum Lachen bringt.
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